Reisebericht Bali - Indonesien - Mai 2005 Übersicht Reiseberichte

Reisezeit: 29. April - 16. Mai 2005
Neunzehn TG Nr. 231 - 249

Landkarte mit Tauchplätzen von Bali Foto vonGamelanmusikern im Restaurant am Batursee

Diese Eindrücke haben sich mir während meiner Tauchrundreise auf Bali im Mai 2005 fest in meine Erinnerung eingeprägt. Die zweiwöchige Tour hatte Axel Sabac (bald "Axel der Große" getauft, im Gegensatz zu mir, "Axel der Kleine"), SSI-Tauchlehrer und UW-Fotograf, nun schon zum sechsten Mal organisiert und mit der balinesischen Tauchbasis Yos durchgeführt. Neben mir und Axel Sabac hatten sich noch fünf weitere Tauchbegeisterte zusammen getan: mit Joachim und Matthias waren weitere zwei Schwaben an Bord. Am Flughafen Frankfurt stieß noch unsere "Frauengruppe" mit Heidemarie, Britta und Annemarie zu uns, so dass unsere Reisegruppe nun komplett war.

Foto Gruppenbild am Flughafen Taipeh

CI 62 hieß unsere Flugnummer mit der China Airlines, die uns in 13 Stunden und 40 Minuten zur Zwischenlandung in Taipeh/Taiwan bringen sollte; und von dort in nochmals 5h 10min nach Denpasar auf Bali.


Tag 1- Samstag - Ankunft in Denpasar

Foto vom Empfang durch Yos am Flughafen Denpasar Foto vom Begrüßungscocktail im Matahari Terbit-HotelWow - was für eine Begrüßung! Ein ganzes Empfangskomitee der Tauchbasis Yos hieß uns frühmorgens am Flughafen Denpasar willkommen. Auch der Inhaber Yos selbst ließ es sich nicht nehmen, jeden einzelnen von uns persönlich mit Handschlag zu begrüßen. Dann packten viele fleißige Hände unser Gepäck in die Minibusse, und ab ging es in unser erstes Hotel, dem Matahari Terbit am Tanjung Benoa Beach/Nusa Dua, in der Nähe des Stammsitzes der Tauchbasis ganz im Süden von Bali.

Nach der Belegung der Zimmer und einem schnellen Bad im direkt am Strand gelegenen Süßwasserpool trafen wir uns nachmittags wieder zur Fahrt auf die Tauchbasis, um dort einzuchecken und unser Tauchgepäck abzuliefern. Die Begrüßung auf der Tauchbasis hätte nicht freundlicher und landestypischer ausfallen können: auf jeden von uns wartete eine frisch aufgeschlagene Kokosnuss mit leckerer Kokosmilch. Dazu wurde "Pisang Goreng" gereicht, das sind leckere frittierte Bananen in Ausbackteig.

Foto: Empfang auf der Tauchbasis mit frischer KokosnussNach dieser Stärkung packten wir unsere Tauchausrüstung in große Ausrüstungskisten und bestückten unsere Bleigurte. Um unser Tauchgepäck brauchten wir uns fortan nicht mehr zu kümmern: es wurde auf der gesamten Rundreise von den Angestellten der Tauchbasis jeweils zu unseren Tauchplätzen gebracht und für uns am Tauchspot zusammen gebaut. Am Ende des Tauchtages nahmen sie die Tauchkisten wieder mit. Nach kurzer Zeit wussten die Guides genau, welche Ausrüstung zu wem gehörte und merkten sich auch so manche individuelle "Konfigurations-Marotte". Auch der Flaschenwechsel zwischen den Tauchgängen wurde uns komplett abgenommen. Auf diese Weise konnten wir uns nach den Tauchgängen unbeschwert erholen und dem Sonnenbaden widmen.

Foto von Axel und Yos vertieft in der ReiseplanungAxel der Große und Yos steckten dann auf der Basis die Köpfe zusammen und brüteten über dem Tourenplan, den Yos für uns zusammengestellt hatte. Unsere Rundreise sollte uns nämlich im Uhrzeigersinn einmal um die ganze Insel führen, mit Stopps jeweils an den besten Tauchplätzen, die Bali zu bieten hat. Nach 2 bis 3 Tagen wurde ein tauchfreier Tag eingeschoben, der uns dann zum Sightseeing und zum Entdecken der Insel zu Verfügung stand. Die ganze Reise über waren klimatisierten Minibusse samt Fahrer für uns reserviert, ebenfalls organisiert von Yos. Nachdem alles geregelt war, haben wir den Abend mit einem leckeren Dinner in einem balinesischen Restaurant ausklingen lassen.

Zurück im Matahari Terbit vereinbarte ich noch mit Joachim, meinem Zimmergenossen und Tauchbuddy, eine unmenschlich frühe Aufsteh- und Weckerklingelzeit für den nächsten Morgen: wir meinten übermütig, noch vor dem Frühstück einen Early-Morning-Besuch im Süßwasserpool direkt am Strand einlegen zu müssen...


Tag 2 - Sonntag - Fahrt in den Nordwesten zum Naturschutzgebiet Menjangan

... und tatsächlich: kaum war der Wecker um 6 Uhr in der Früh verklungen, hatten Joachim und ich schon unsere Badekluft zusammen und machten uns auf den Weg zum Pool. Das Wasser war sehr warm und angenehm; noch etwas müde lagen wir im Wasser und genossen den beginnenden Tag mit Blick auf den Strand, Palmen und dem Meer.

Am nächsten Morgen ging es nach dem gemeinsamen Frühstück mitsamt unserem privaten Gepäck im Kleinbus los. Auf dem Tagesprogramm stand die Überfahrt in das Aneka Bagus Resort ganz im Nordwesten Bali's, bei den Tauchplätzen des Naturschutzgebietes Menjangan. Nachdem wir durch das lebhafte und verkehrsreiche Denpasar hindurch gefahren waren, führte die Straße durch grüne Hügellandschaften mit tropischer Vegetation, Bananenstauden und Palmen. Immer wieder vorbei an typischen Reisterrassen, stufenweise angeordneten schmalen Reisbeete, die die Berghänge großflächig bedecken.

Reis ist das Hauptnahrungsmittel in ganz Indonesien und wichtigstes landwirtschaftliches Produkt. Er regelt dort seit Menschengedenken das soziale Leben, die Dorfstruktur und den Ausgleich mit der Natur. Die Männer pflanzen den Reis und kultivieren das Feld, die Ernte wird von Frauen und Männern gemeinsam eingebracht. Die grünen Reisterrassen auf weich geschwungenen Hängen, wo sich tausende der Pflanzen in dem aufgestauten stehenden Wasser spiegeln, sind ein Wahrzeichen der Insel geworden. Ein ausgefeiltes System von Kanälen, Seen und Flüssen dient der Bewässerung. Je nach Sorte reift der Reis drei bis sieben Monate. Der Reis gilt auf Bali als Symbol des Lebens. Dewi Sri, die Reisgöttin, ist die meistverehrte Gottheit der Insel und wird mit zahlreichen Opfergaben bedacht.

Foto von Reisterrassen

Bei Candi Kuning in der Nähe des Danu Bratan-Sees legten wir den ersten Stopp der Reise ein. Wir hielten direkt auf dem belebten Markt des Dörfchens. Hier erlebten wir dann, was uns fortan immer wieder überall auf Bali begleitete: kaum setzten wir den Fuß auf die Straße, schon waren wir von fliegenden Händlern umringt, die uns billige gefälschte Uhren, landestypische Sarongs oder T-Shirts verkaufen wollten. Es bedarf einer gehörigen Portion Standhaftigkeit, um den hartnäckigen Verkäufern zu entrinnen. Und dies gelang von uns allen Matthias am schlechtesten: mal ergatterte er eine schicke Sonnenbrille, die drei Tage später zerbrach, oder er ließ sich gleich drei T-Shirts zu einem tollen Schnäppchenpreis aufschwatzen. Leider waren diese dann für ihn zwei Nummern zu klein.

Trotzdem sind diese einheimischen Märkte ein tolles Erlebnis. Was dort alles feilgeboten wird! Eine sehr große Vielfalt an handgearbeiteten Gebrauchsgegenständen und holzgeschnitzten Kunstobjekten, Kleidung, Schmuck und Haushaltswaren. Nicht zu vergessen die Lebensmittelstände mit bunten und duftenden Gewürzen, einer Vielzahl an verschiedenen Gemüsesorten und Früchten wie Bananen, Papayas, Ananas, Schlangenfrüchte, Passionsfrucht, Kokosnüsse etc. Hier erlebt man auch die traditionelle Transportart von Waren: häufig sieht man Frauen, die gefüllte Körbe auf dem Kopf balancieren und sich damit erstaunlich sicher bewegen, ohne dass die wertvolle Fracht herunterfällt. Männer habe ich jedoch nie Lasten auf dem Kopf tragend gesehen.

Foto: Matthias feilscht um eine Sonnenbrille Obststand auf dem Markt Candi Kuning Frauen tragen ihre Einkäufe auf dem Kopf

Von diesem Markt aus war es nur noch ein kurzer Weg zum nächsten Stopp: der großen Wassertempelanlage von Pura Ulum Danu. Dort hielten wir uns lange auf, um in Ruhe die ganze Anlage zu besichtigen und die verschiedenen Tempelanlagen zu fotografieren.

Foto der Wassertempelanlage Pura Ulun Danu Foto der Wassertempelanlage Pura Ulun Danu

Danach kehrten wir in ein balinesisches Restaurant zum Mittagessen ein. Hier war unser einheimische Tauchguide eine große Hilfe, denn die Speisekarte war nur auf indonesisch erhältlich. Mit gefülltem Magen brachen wir anschließend für die letzte Etappe in Richtung Pemuteran auf. Auf der Fahrt am Buyan-See entlang hielten wir noch an einer Aussichtsbucht hoch über dem See an. Dunkel lagen die Wolken dicht über den Bergrücken und tauchten den See in düsteres Licht. Wir blieben dort aber nicht lange allein: in den Bäumen lebende Affen entdeckten uns bald und rauften sich um die ihnen angebotenen Apfelstücke. Schließlich kamen wir abends im Aneka Bagus Resort an.


Tage 3-5: Tauchen im Nationalpark Menjangan

Tauchen im Nationalpark Manjangan gehört zu einem der Highlights, die Bali für Taucher zu bieten hat. Am meisten ist mir die sehr üppig und reichhaltig bewachsenen Korallenwelt aufgefallen, mit vielfältigen Formen und Farben. Sehr viele Hart- und Weichkorallen, häufig sehr große Gorgonien, Schwämme, Ascidien, viele Kleintiere - ein Eldorado für Makrofotografen. Die Wassertemperaturen lagen durchweg bei 30C (gemäß meinem Tauchcomputer). Wir konnten sogar seltene Pygmäenseepferdchen entdecken, die so klein waren, dass ich sie selbst mit meinem stärksten Makroobjektivvorsatz (das Sea&Sea 1:2-Makro der Motormarine II Ex) nicht vernünftig fotografieren konnte.

In Pemuteran hat die Yos'sche Tauchbasis eine von zwei Zweigstellen (die andere liegt in Candi Dasa), von der wir täglich auf zwei Holzbooten rausfuhren, rüber zu der vorgelagerten Insel Pulau Menjangan. Nach dem ersten Tauchgang vom Boot aus, am Tauchplatz "Temple Point" fuhren wir einen Strandabschnitt auf der Insel an, der wie geschaffen für eine erholsame Mittagspause war: ein flach abfallender schöner weißer Sandstrand, ein Holzsteg für die Boote, Büsche und Palmen als Schattenspender. Hier haben wir uns in aller Ruhe über die Lunchboxen hergemacht, die von der Tauchbasis jeden Tag selbst zubereitet werden. Getränke gab es in Kühlboxen genug und reichlich, gemäß der Taucherregel "Immer viel trinken". Den zweiten Tauchgang des Tages starteten wir direkt von diesem Strand aus, Kurs Riff rechte Schulter, hinüber zu einer Steilwand "The Wall". Wieder kamen wir in den Genuß einer bunten und reichhaltig bewachsenen Unterwasserwelt, großen Fächergorgonien, Nacktschnecken, Schaukelfische etc.

Foto von der Bootsfahrt zu den Menjangan-Tauchplätzen Foto von der Mittagspause am Strand von Menjangan Foto von der Strandidylle Menjangan

Der nächste Tag verlief genauso, mit Überfahrten zur Insel Menjangan und Mittagspause am Sandstrand. Nur machten wir diesmal gleich drei Tauchgänge: zuerst am "Eal Garden", einem Tauchplatz, der viele Makromotive zu bieten hat (Pygmäenseepferdchen, Garnelen). Und zum Schluß des Tauchgangs eine leicht ansteigende Sandfläche, über und über bewohnt von einer riesigen Anzahl von Sandaalen, die ihre Köpfe in der leichten Wasserbewegung schwenkten. Ein toller Anblick, die schiere Anzahl dieser scheuen Tiere war schon erstaunlich.

Foto von der Bootsfahrt zu den Menjangan-Tauchplätzen UW-Foto: Drachenkopf auf einem Schwamm UW-Foto Roter Schwarmm mit blauen und gelben Synascidien

Nach der Mittagspause tauchten wir am "East of Anchor Wreck", einer Steilwand. Hier habe ich Plattwürmer fotografiert und dann mein persönliches Highlight dieses Tauchganges erlebt: zum ersten Mal habe ich einen Porzellankrebs auf einer Anemone gesehen! Und natürlich gleich mehrfach fotografiert.

UW-Foto Strudelwurm auf rotem Schwamm UW-Foto Anemonenporzellankrebs auf Seeanemone

Der dritte Tauchgang um 16 Uhr führte uns zur "Cave Wall". Hier wieder das gleiche Spiel: Viele Gorgonien, Hart- und Weichkorallen, Nacktschnecken, Drachenköpfe, Schaukelfische. Die Sichtweiten waren an allen Tagen sehr gut, ungefähr 20m konnten wir wohl bestimmt schauen.

UW-Foto Mein Buddy Joachim hinter einer Fächerkoralle UW-Foto BlaueSeescheide auf blauen Krustenschwamm UW-Foto Fächerkoralle mit Haarsternen

Den nächsten Tauchtag, Mittwoch, hatten wir uns für einen kuriosen Tauchplatz aufgehoben: Tauchen in der "Secret Bay". Gewarnt hatte uns Axel der Große vor einen flachen, sandigen Tauchplatz direkt vom Land aus, praktisch einer Hafeneinfahrt, der sehr verdreckt und mit Zivilisationsmüll übersät sei. Zudem müssten wir mit ganz schlechten Sichtverhältnissen, trübem Wasser etc. rechnen. ABER: immer wieder zwischendrin könnten wir mit viel Glück tolles Kleingetier entdecken - Nacktschnecken, Schaukelfische, Krebse etc. Also ein Tauchplatz mit gemischten Gefühlen und ohne Erfolgsgarantie. Daher ließ er uns darüber abstimmen: wollen wir am Secret Bay tauchen oder lieber noch mal zur Insel rüberfahren? Nun, wir entschlossen uns, die Secret Bay einfach mal auszuprobieren. Der Tauchplatz liegt direkt am Einstieg einer anderen Tauchbasis, wo wir uns anrödelten und dann in zwei Gruppen aufgeteilt ins flache Wasser wateten. Ich erlebte zunächst einen langweiligen Tauchplatz, quasi eine reine Sandfläche, ab und zu mal einen Steinhaufen oder einen "Klumpen" Korallen. Wie versprochen mit sehr schlechter Sicht und trübem Wasser. Lange irrten wir mehr oder weniger umher.

UW-Foto der Motivsuche am Secret Bay UW-Foto Zylinderrose

Bis wir zu einer Zone kamen, in der mehrere größere Felsbrocken umher lagen. Und dort tobte das Leben! Ein ganzer Wurf junger Korallenwelse wuselte geschützt in den Felsspalten umher und schaute ganz scheu hervor. Neben dran hockten zwei kleine Strahlenfeuerfische in einer Felsnische. Um den Felsbrocken herum lugten die Antennen einer großen Garnele zwischen den Steinen hervor. Überall bewegte sich etwas. Auch einen braunen Paddelbarsch, Knurrhähne und Seepferdchen haben wir erspäht. Wir sind dann eine ganze Weile von einem Felsbrocken zum anderen und wieder zurück, um alles zu entdecken. Leider war die Sicht zum fotografieren sehr schlecht. Aber Axel sollte also doch Recht behalten haben, dass der ungewöhnliche Tauchplatz so viel zu bieten hat.

UW-Foto Korallenwelse UW-Foto Boxergarnele/Scherengarnele

Am Abend wartete noch ein Highlight auf uns, ein Nachttauchgang. Aber nicht irgendeines sondern am Hotelstrand des Taman Sari Resorts in der Pemuteran-Bucht. Nicht dieser Strand war das Besondere, sondern das dort angesiedelte wissenschaftliche Riffwiederaufbauexperiment. Denn unter Wasser ab etwa 8m Tiefe waren mehrere großflächige Stahlstrebenkonstruktionen angebracht und darin kleinere Korallenstücke als Keimzellen für deren Ausbreitung befestigt. Diese Metallgestelle sind mit elektrischer Niederspannung verbunden, um die Kalkablagerung der Korallen zu fördern. Ein langfristiges Naturschutzprojekt, wie es auf Bali einzigartig ist. Auszug aus dem Scuba Diver Magazine: "On the doorstep of Taman Sari Resort, in Pemuteran Bay, lies the world's newest, biggest - most unique - radical reef system (using low voltage electricity). It was initiative of Yos Amerta from YOS Marine Adventures in cooperation with Prof. Wolf Hilbertz and Dr. Tom Goreau. The first structure was launched before the2000 Coral Reef Symposium in Bali."


Tag 6 - Donnerstag - Ausflüge zum Affentempel und heiße Quellen

Foto Sich lausende Affen am AffentempelHeute haben wir wieder einen tauchfreier Tag eingelegt, den wir für Ausflüge im Norden Balis nutzten. Die Tempelanlage von Pura Pulaki ist unter dem Namen "Affentempel" bekannt. Dort hausen eine ganze Horde kleinerer Affen und bewegen sich ganz ohne Scheu auf der Tempelanlage. Manche sind auch ganz schön frech, sie reißen den Touristen und Einheimischen gerne mal Zigarettenschachteln oder Plastiktüten aus der Hand, in der Hoffnung, etwas essbares zu finden.

Weiter ging die Fahrt nach Banjar in der Nähe von Seririt. Dort befinden sich die "Air Panas"genannten heißen Quellen. Mitten im palmenreichen Wald liegen zwei Becken mit 38 Grad warmem Schwefelwasser, die zum Baden einladen. Einheimische sind in den Wasserbecken ganz leicht von Touristen zu unterscheiden: während letztere in der uns bekannten Badebekleidung mit Badehose oder Bikini in die Wasserbecken steigen, ziehen sich die Einheimischen erst gar nicht um und lassen sich in ihrer normalen Straßenkluft von den wasserspeienden steinernen Drachenköpfen berieseln.

Foto Joachim in einem heißen Quellbecken Foto Wasserbecken Hot Springs Air Panas Foto Grüne Palmenoase Air Panas

Die ganze Anlage wirkt wie ein großes Freibad, mit Umkleidekabinen und einem Restaurant mit einem schönen Ausblick auf die ganze Anlage. Ein paar Schritte weiter werden auch die bekannten balinesischen Massagen angeboten. Bei Preisen von 60.000 Rupiah (umgerechnet ca 5 Euro) für eine ganze Stunde Massage wurden Joachim und ich schwach und ließen uns den ganzen Körper durchkneten. Das war insgesamt ein erholsamer und entspannender Tag nach den bisherigen Taucherlebnissen.


Tag 7 - Freitag - Tauchen in Tulamben - Wrack US Liberty

Am Freitag verließen wir morgens endgültig unser Resort Aneka Bagus und machten uns auf den Weg an die Ostküste nach Tulamben. Dort kamen wir an einer direkt am Ufer liegenden Tauchbasis an und schlugen gleich unser Lager auf. Der Strand besteht hier überwiegend aus faustgroßen rund geschliffenen Steinen mit einer sehr dunklen, fast schwarzen Färbung - Lava! Das sind die Überreste von Vulkanausbrüchen aus vorgeschichtlicher Zeit und ganz typisch für die Ufer und Strände im Norden Balis.

Um den günstigen morgendlichen Stand der Sonne auszunutzen, sollte unser erster Tauchgang zum sog. "Drop off" von Tulamben führen. Unsere Ausrüstung wurde an einen ungefähr 150m rechts von der Tauchbasis liegenden Strandabschnitt gebracht, wo wir uns dann für den Tauchgang vorbereiteten und direkt vom Strand aus einstiegen. Dies erforderte etwas Geschick, denn es war schwierig, auf den faustgroßen Steinen in das Wasser zu waten und in der leichten Brandung in voller Montur nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Axel hatte uns schon darauf aufmerksam gemacht, dass insbesondere später beim Ausstieg oftmals einheimische Jungs ins Wasser laufen und den Tauchern bei den letzten Metern im Flachwasser helfen, nicht auf den runden Steinen zu stürzen.

UW-Foto SchaukelfischNach dem Abtauchen erreichten wir nach ein paar Minuten den steilen Felsabfall. Hier wiederum das gleiche Bild: eine sehr reichhaltige und dicht bewachsene Unterwasserflora. Wir hatten eine kaum merkliche Strömung, also sehr gute Tauchbedingungen. Bei Tiefen bis ca 20m habe ich Anglerfische, Muränen und Prachtschnecken entdeckt, sowie kleine Garnelen in Anemonen. Auf dem Rückweg kamen wir an einer Putzerstation mit Putzergarnelen vorbei. Unser balinesische Guide ließ es sich nicht nehmen, seinen Kopf hinzustrecken und mit entfernten Atemregler und weit geöffneten Mund die Garnelen in seinen Mund krabbeln zu lassen. Wo kommt man denn sonst noch zu einem kostenlosen Zahnputz! Dann tauchten wir weiter zurück und stiegen am flachen Ufer wieder aus.

Foto Joachim feilscht mit fliegenden Händlern Foto Ich wechsle den Film meiner UW-Kamera Unsere Mittags- und Oberflächenpause verbrachten wir wieder auf der dortigen Tauchbasis und genossen die Sonne. So hatte ich auch genügend Zeit, meine UW-Kamera zu pflegen, den Film zu wechseln und neue Batterien in den Blitz einzulegen. Joachim ließ sich auf Verhandlungen mit fliegenden Händlern am Strand ein, die ihm kunstvolle Drachen in Segelschifform aufschwatzen wollten. Aber ihre Bemühungen blieben vergeblich und Joachim knallhart.

Schließlich stand am Nachmittag DAS Highlight des Tages auf dem Programm: das Wrack der US Liberty! Durch die nahe Lage direkt am Strand ist dieses Wrack (ca. 120 m lang / ca. 16 m breit) sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene sehr interessant. Es beginnt bereits in 8m Tiefe, fällt jedoch auch auf über 34m ab, je weiter man am Wrack entlang taucht. Die US Liberty war ein Frachtschiff, das 1942 von einem japanischen U-Boot in der Strasse von Lombok torpediert und schwer beschädigt wurde. Der Versuch, das Schiff in den Hafen von Singaraja zu schleppen, misslang. Folglich beschloss die Besatzung, die US Liberty bei Tulamben an Land zu setzen und die Ladung dort zu löschen. Das Schiff lag dort 21 Jahre bis es 1963 durch den Ausbruch des Vulkans Agung komplett ins Meer geschoben wurde.

UW-Foto Riesenfächerkoralle mit Haarstern Eigentlich bin ich ja überhaupt kein Wrack-Fan, denn ich möchte unter Wasser viel lieber "Natur pur" anstatt von Menschenhand geschaffenen Schrott sehen. Aber die US Liberty hat mich während unseres Tauchganges doch sehr fasziniert. Sie ist ganz und gar von Unterwasserlebewesen in Beschlag genommen und sehr dicht bewachsen. Viele verschiedene Arten von Weichkorallen, Schwämmen, Haarsternen, Seescheiden, Gorgonien etc. haben die zerklüfteten Wrackteile besiedelt, so dass man überall Neues entdeckt. Das Wrack ist in mehrere Teile zerbrochen und bietet große Durchbrüche und zerklüftete Wände. In einem dunklen Eck haben mein Buddy und ich einen wahrhaft riesigen Zackenbarsch entdeckt, den größten, den ich bisher überhaupt zu Gesicht bekam. Ich schätze, dass er zwischen 1,5 und 2m lang war. Ich habe mich ihm zum Fotografieren ganz langsam genähert, und dabei ist mir beim Anblick seiner großen weißen Zähne im Maul doch ganz mulmig geworden, denn gepaart mit seiner riesigen Körperlänge verhießen sie nichts Gutes. Schließlich hat er sich mit wenigen Flossenschlägen langsam aus dem Staub gemacht. Kurz darauf entdeckten wir einen zweiten, fast ebenso großen Zackenbarsch wenige Meter entfernt. Später haben wir noch einen sehr großen Kugelfisch (geschätzt: 1,2m) angetroffen. Das Wrack scheint also nicht nur bei den Tauchern beliebt zu sein.

UW-Foto Riesiger Zackenbarsch im Wrack

Auf dem Rückweg ballte sich unsere Tauchgruppe um eine Gorgonie am Wrack: ein bunter Schaukelfisch hatte sich darin sein Zuhause gesucht und lockte die Fotografen in meiner Gruppe an. Dann haben wir noch ein Gelege einer spanischen Tänzerin gefunden. Insgesamt also ein Tauchgang, der an Impressionen und Vielfalt nichts zu wünschen hat übrig gelassen.

Später beim Abrödeln sprudelten die Berichte meiner Tauchkollegen nur so, was sie alles gesehen und fotografiert hätten, wir waren alle von diesem Tauchspot begeistert. Ich kann mit Fug und Recht sagen, dass dieses Wrack das schönste und ergiebigste war, welches ich jemals betaucht hatte.

UW-Foto Altrosa Schaukelfisch vor roter Knotenkoralle UW-Foto Goldseescheide

Am Spätnachmittag enterten wir wieder unsere Minibusse und setzten die Fahrt fort, die uns von Tulamben aus gen Süden zu unserem nächsten Quartier der folgenden drei Tage in Candi Dasa führte. Dort kamen wir abends im Candi Dasa Beach Cottage an, einer weitläufigen, sehr gepflegten Bungalowanlage mit zwei Süßwasserpools - natürlich direkt am Meer gelegen. Ein sehr netter Service des Candi Dasa Beach Cottages war der elektrische Wasserkocher mit einer Auswahl an Tee und Instantkaffee auf jedem Zimmer. So haben Joachim und ich noch eine gemütliche Kaffeepause auf der Veranda vor unserem Bungalow einlegen können, bevor wir uns zum gemeinsamen Abendessen versammelt haben.


Tag 8 - Samstag - Tauchen am Gili Tepekong

Die Fahrt von unserem Resort zum Strand dauerte nicht lange. Hier wurde wieder ein großes Holzauslegerboot für uns fertig gemacht: das Boot lag in seichtem Wasser nah am Strand, und die Jungs hievten unsere Tauchflaschen bis zu den Knien im Wasser stehend über die Reling. Während unsere Tauchausrüstung samt Flaschen, unser Proviant und Getränke an Bord gebracht wurde, machten wir es uns an einem Strandimbiß bequem. Natürlich wurden wir hier auch gleich wieder umringt vom Sarong- und - welch eine Abwechslung! - auch mal Postkartenverkäufern. Aber damit hatten wir inzwischen Übung.

Bald darauf wurden auch die beiden langen hölzernen Ausleger an unser Boot montiert - für uns ein Zeichen zum Aufbruch. Mit hochgekrempelten Hosen und den Sandalen in der Hand wateten wir ins Wasser und kletterten an Bord. Schön geräumig war es hier mit viel Platz! Die Überfahrt zu unserem ersten Tauchplatz des Tages "Channel and Wall" dauerte auch gar nicht lange.

Foto Kistenschleppen zum Tauchboot Foto Fahrt zum Tauchplatz "Channel and Wall"

Wie üblich ging es mit einer Rolle rückwärts ins Wasser. Wir tauchten bei 15-20m Tiefe an einem abfallenden Hang entlang. Über uns dann die Silhouette eines kleinen Hais, leider in großer Entfernung. Im Laufe des Tauchganges machte ich dann Fotos von einem Drachenkopf, einer Bullock-Sternschnecke und schließlich noch von einer mir unbekannten schwarz-weiß gefärbten Sternschnecke mit roten Kiemenbüscheln. Unsere Tauchgruppe hatte sich inzwischen ziemlich in die Länge gezogen.

Dann ging es um eine Felskante herum, und wir sahen schon bei den anderen vor uns, dass dort richtig kräftige Strömung herrschte. An der Kante hielten Joachim und ich erst einmal an. Hier zog es doch ziemlich. Mit Schwung stießen wir uns ab und strampelten heftig gegen die Strömung, um unsere Kollegen einzuholen. Die Strömung kam uns entgegen und zog auch nach unten. Da mussten wir schon heftig paddeln, um zu der gegenüberliegenden Felskante anzukommen, wo der Rest der Gruppe wartete. Hier war die Strömung allerdings so kräftig, dass wir große Mühe hatten, unsere Position zu halten. Wir hielten uns am Felsen fest und wehten waagerecht wie im Wind. Als wir alle zusammen waren und festgeklammert ein wenig verschnauft hatten, gab Axel der Große das Signal zum Loslassen und zum kontrolliertem Aufstieg. Wir ließen uns treiben und stiegen langsam im Freiwasser auf. Axel setzte bei 5m die Boje, so dass wir bequem noch unseren Sicherheitsstopp machen konnten und unser Boot in Nullkommanichts zur Stelle war. Mit ziemlich leer geschnauften Pullen stiegen wir wieder auf die hölzernen Planken.

UW-Foto Bullock-Sternschnecke

Nach der Mittagspause mit Lunchpaketen und Sonne tanken steuerte der Kapitän den Tauchplatz "Cave and Canyon" an. Ziemlich bald nach dem Abtauchen kamen wir an einer niedrigen, lang gezogenen Felsspalte an. Dicht über dem Boden kauernd spähten wir mit unseren Lampen hinein und beobachteten drei kleinere Weißspitzenriffhai, die dort dösten. Dann weiter auf unserem Weg kamen wir an einem größeren Felsen vorbei. Wieder entdeckten wir kleinere Haie in den Spalten. Als ich meine Kamera endlich eingestellt hatte, waren sie jedoch - schwupp die wupp - im Blau verschwunden - so ein Mist! Weiter ging es über ausgedehnte Korallenfelder und einem Meer an Salatkorallen. Hier kreuzten zwei Sepias unseren Weg, die allerdings ziemlich scheu waren und uns nicht sehr nahe an sie ranließen - sie huschten im Rückwärtsgang schnell davon. So machten wir uns gemütlich an den Aufstieg.

Wir waren so rechtzeitig wieder in unserem Resort zurück, dass Joachim und ich noch Zeit genug hatten, uns in der Resortanlage wieder einmal eine balinesische Massage zu gönnen - eine Stunde ließen wir uns unter einem Baldachin direkt am Ufer kneten. Danach gönnten wir uns noch einen selbst gebrauten Kaffee auf unserer Veranda, bevor wir uns zum gemeinsamen Abendessen versammelten.

Wir bummelten ein paar Gassen weiter in das Restaurant eines anderen Hotels. Mittlerweile kannten wir uns mit den Speisekarten und den einheimischen Gerichten schon gut aus. Nach der Bestellung besprach Axel der Große mit uns das Programm für den nächsten Tag. Eigentlich standen für den nächsten Tag zwei Tauchgänge in der Padang Bai und der Blue Lagoon an. Eigentlich. Denn da uns allen die Tauchplätze in Tulamben und vor allem das dortige Wrack so sehr gefallen hatten, stellte Axel zur Diskussion, ob wir nicht die Tauchgänge in der Padang Bai sausen lassen wollen und lieber noch einmal zurück nach Tulamben fahren wollten. Morgens einen Tauchgang am Wrack, am frühen Nachmittag Tauchen an der Steilwand, und zwar diesmal in der übernächsten Bucht, wo uns kleine Boote hinführen sollten, und zum krönenden Abschluß bei beginnender Dämmerung einen Nachttauchgang wieder an der US Liberty. Danach Rückkehr nach Candi Dasa. Mit diesem Vorschlag waren alle einverstanden. Dies ist halt der Vorteil von privat organisierten Tauchreisen, dass Axel den Verlauf der Reise flexibel gestalten und wir die Route durchaus ändern konnten.


Tag 9 - Sonntag - Drei Tauchgänge in Tulamben

Ein anstrengender Tag stand uns heute bevor. Zunächst ging es im Minibus in ungefähr einer Stunde von Candi Dasa zurück nach Tulamben. Dort fuhren wir wieder dieselbe Tauchbasis wie zwei Tage zuvor an. Wie immer wurde unser ganzes Tauchequipment von separaten Fahrzeugen mitgefahren und die Kisten gleich ans Ufer gebracht. Den ersten Tauchgang absolvierten wir wie besprochen am Wrack der US Liberty mit dem Einstieg am lava-schwarzen Kieselstrand. Bei diesem Tauchgang habe ich keinen der Riesen-Zackis mehr gesehen, dafür aber wieder den lila Schaukelfisch in seiner Gorgonie. Dort standen unsere Fotografen wieder Schlange, und ich habe in meiner Warteposition an dritter Stelle nach Axel und Britta vor Aufregung beim Vorbereiten meiner Kamera mein 1:3-Makroobjektiv fallen gelassen; es segelte 10m tiefer auf Grund. Ich habe es gleich bemerkt, Britta auch, die es gleich von unten wieder auflas und es für ihre Kamera (wir benutzen beide die SeaSea MMII Ex) gleich ausborg und ein paar Fotos damit schoß. Nachdem sie es mir wieder zurückgegeben hatte und ich es diesmal sicher am Objektiv verschraubte, war ich nun an der Reihe, unser begehrtes lila Fotomodell abzulichten. Es hat mich überrascht, wie geduldig dieser Schaukelfisch in seiner Gorgonie ausgeharrt hat, ohne sich zu regen. Dann machten wir uns alle wieder so langsam auf den Rückweg an das Ufer.

UW-Foto Altrosa Schaukelfisch vor roter Knotenkoralle

Nach der Mittagspause ließen wir uns für den nächsten Tauchgang mit ganz kleinen, schmalen 2-Mann-Auslegerbooten an die übernächste Bucht gen Süden schippern, vorbei an dem Tauchplatz, den wir vor zwei Tagen betaucht hatten. Hier montierten wir unser Tauchgerät im Wasser liegend und tauchten dann gemeinsam ab. Unter Wasser sah es ähnlich aus: eine steil abfallende Felswand, dicht bewachsen mit Hart- und Weichkorallen. Joachim machte mich auf zwei Warzenschnecken aufmerksam, außerdem fotografierte ich einen beigen Schaukelfisch und entdeckte später noch das Gelege einer spanischen Tänzerin.

Zurück am Ufer legten wir eine ausgiebige Pause ein und warteten bis zum Beginn der Dämmerung, um noch bei etwas Licht uns für den Nachttauchgang aufzurödeln. Bei Dunkelheit stiegen wir wieder vorsichtig über die wackeligen Lavasteine ins das flache Wasser ein und tauchten durch einen Spalt am Wrack hindurch. Unsere Tauchgruppe teilte sich auf. Joachim und ich entdeckten mehrere Einsiedlerkrebse und Spinnenkrabben. Später erspähten wir einen sehr großen Büffelkopfpapageifisch, der in einem großen Hohlraum des Wracks Schutz suchte. Kurz darauf kreuzte ein stattlicher Kugelfisch unseren Weg und den Schein unserer Lampen. Dieses Wrack scheint von manchen Fischarten wahrlich Monsterexemplare hervorzubringen....

Später beim Ausstieg halfen uns tatsächlich noch ein paar einheimische Jungs beim Ausstieg im flachen Uferbereich, was bei der Dunkelheit tatsächlich ganz sinnvoll war. Wir bauten unsere Ausrüstung wieder ab und packten die Tauchkisten voll, die dann wieder abgeholt und in die Fahrzeuge gebracht wurden. Wir selber fuhren dann wieder müde und geschafft vom langen Tag nach Candi Dasa in unser Resort zurück.


Tag 10 - Montag - Besichtigungen und Fahrt nach Ubud

Heute war wieder ein tauchfreier Tag, der ganz dem touristischen Rahmenprogramm gewidmet war: die Fledermaushöhle "Goa Lawah", die historischen Gerichtstempel in Klungkung und das balinesische Dorf Bangli. Anschließend Ankunft in der Stadt der Kunsthandwerker Ubud im Landesinneren.

Nach dem Frühstück steuerten wir zunächst die zwischen Padang Bai und Klungkung gelegene Goa Lawah, die Fledermaushöhle, an. Hier steht einer der sechs heiligen Tempel auf Bali; daher auch wohl wieder die Sarong-Pflicht, mit dem wir alle am Eingang eingekleidet wurden - ein für uns nun schon bekanntes Ritual. In dieser Tempelanlage befindet sich ein Höhleneingang, der von dunklen Fledermäusen bewohnt ist. Der Eingang dieser Höhle ist über und über mit den kleinen Tieren gepflastert, die sich kopfüber in den Felsen krallen und mit viel Geschrei den Tag verbringen und auf die Abenddämmerung warten. Die Balinesen glauben an einen unterirdischen Gang, der die Höhle mit dem heiligen Tempel Besakih verbinden soll, also die Verbindung zwischen unter- und Oberwelt darstellt. Während unseres Aufenthaltes sahen wir auch einen Gläubigen, der mit Opferkerzen am Eingang der Höhle saß und schweigend seinen Kult zelebrierte.

Foto Fledermäuse in der Grotte Foto Axel der Große erläutert den Fledermaustempel Foto Gebet in der Fledermausgrotte Goa Lawah

Weiter ging es in unserem Minibus nach Klungkung zur "Kerta Gosa", der alten Gerichtshalle, inmitten einer parkähnlichen Anlage. Jahrhundertelang war Klungkung Sitz des Obersten Gerichtshofes von Bali. Auf einem Steinpodest steht der offene Pavillon der Kerta Gosa. Beeindruckend sind die aufwendigen Deckengemälde im Wayang-Stil mit teils grausamen Abbildungen - den Strafen der Hölle. Im oberen Teil dagegen sind die himmlischen Freuden dargestellt. Auch der "Bale Kembang", ein quasi schwimmender, ebenfalls nach allen Seiten offener Pavillon, hat solche kunstvollen Deckengemälde. Er liegt inmitten eines Lotusteichs und war als Refugium erbaut worden.

Foto ASchwimmernder Pavillon Bale Kembang im Garten Kerta Gosa

Den nächsten Halt legten wir in einem Dörfchen in der Nähe von Bangli ein. In dieser Ortschaft leben die Bewohner noch weitgehend abgeschottet von den Einflüssen der westlichen Zivilisation, und die Behörden tun alles, um den dörflichen Charakter und die überlieferten gesellschaftlichen Regeln Aufrecht zu erhalten. Einen langen, aus behauenen Steinplatten bestehender Weg säumen links und rechts die Häuser und Höfe der einzelnen Familien hinter mannshohen Mauern. Dort leben mehrere Generationen der häuslichen Lebensgemeinschaft mit samt freilaufender Hühner und Hunden unter einem Dach, mit angrenzendem Schweinestall. Es ist nicht unüblich, dort hinein gebeten zu werden, so konnten wir ihre Behausungen besichtigen.

Foto Reisterrassen Foto Familie im Dorf Bangli

Den letzten Stopp des Tages legten wir in Penelokan im Nordosten ein und steuerten direkt ein hoch gelegenes Aussichtsrestaurant an. Von dessen Balkon aus hat man einen grandiosen, weit reichenden Blick auf den 1.717m hohen Vulkan Gunung Batur und auf den zu dessen Füssen liegenden See Danu Batur. In der Ferne erblickt man den kargen Gipfel des Gunung Abang (2.153m). Daß der Vulkan Batur noch 1917 und 1926 aktiv war, erkennt man an den heute noch lavageschwärzten Hängen. Vor dieser Kulissen nahmen wir ein spätes Mittagessen von langen Buffettischen ein. Nach einem letzten Blick vom Aussichtsbalkon gelangten wir dann ohne weitere Unterbrechungen nach Ubud, die Stadt des Kunsthandwerkes.

Foto Aussicht auf den Batursee von der Restaurantterrasse Foto Hibiscusblüte

Schon die Einfallstraße nach Ubud säumen endlose Maler und Handwerksbetriebe mit ihren Auslagen zur Straße hin. Aus dem Minibus heraus sahen wir unzählige Holzschnittsbetriebe mit Dämonen, Statuen, Stühlen, Tischen und weiteren Gebrauchsgegenständen. Teils noch unbehandelt in Rohfassung, teils schon fertig lackiert und bemalt. So wussten wir eingangs schon, was uns dann in den Einkaufsstraßen in Ubud erwarten würde. Wir bezogen rasch unser Pertiwi Hotel, das zentral an der langen Einkaufsstraße Ubuds gelegen ist. Den Nachmittag nutzten die einen zum Relaxen und Sonne tanken am Pool, die anderen zu einem Einkaufsbummel in den unzähligen Läden.


Tag 11 - Dienstag - Einkaufen in Ubud und Rückfahrt nach Tanjung Benoa

Auch der nächste Vormittag stand zum Geldausgeben zur Verfügung, denn die Abfahrt zu unserem ursprünglichen Ausgangspunkt der Rundreise, dem Matahari Terbit Resort in Tanjung Benoa /Nusa Dua, war erst für den Nachmittag angesetzt. So hatten dann auch vor allem unsere Damen einige gefüllte Taschen dabei, als wir um 15 Uhr an der Rezeption auscheckten und in den Minibus stiegen.

Nach der kurzen Fahrt und dem letztmaligen Einchecken in dem uns nun ja schon bekannten Resort hatten wir den restlichen Nachmittag "frei", den jeder nach seinem Gusto verbrachte.


Tage 12 und 13 - Tauchen vor der Insel Nusa Penida

Die letzten Tauchtage dieses Urlaubs standen uns bevor, und ein wehmütiges Gefühl machte sich breit. Jedoch hatten wir noch einen Leckerbissen vor uns: den sog. "Manta Point" an der Südseite der Insel Nusa Penida. Gleich der erste Tauchgang am Mittwoch führte uns, aufgeteilt auf zwei starke Yos'schen Speedboote (und die machen mit ihren zwei jeweils über 100 PS starken Außenbordern tatsächlich mächtig "Speed"!), dorthin.

Foto Speedboat mit Kurs auf Nuusa Penida-Manta Point Foto Der Bootssteuermann auf dem Speedboat wurde platschnass

An einem Unterwasserfelsen, dicht an der Küstenlinie, sollen sich häufig Mantas blicken und an einer Putzerstation pflegen lassen. Wir tauchten also allesamt zu dieser Felsenkuppe und lauerten und warteten... und hatten erstaunlich rasch die erste Begegnung: ein großer Manta kam plötzlich aus dem Nichts daher und segelte majestätisch am Felsen vorbei. Ich konnte gerade noch ein Foto mit dem Weitwinkel schießen, schon war er wieder verschwunden. Wir ließen uns wieder tiefer hinter den Felsen sinken und warteten erneut ab. Wenige Minuten später segelte der nächste Manta über den Felsen hinweg, oder war es derselbe? Egal. Auch dieser war leider zu rasch wieder verschwunden. Jedenfalls waren wir ganz begeistert, dass wir so schnell zwei Exemplare zu Gesicht bekommen hatten, und warteten wieder gespannt auf den nächsten. Und warteten... und warteten... und die Minuten vergingen.... Nichts. Es wurde uns immer kälter, das Wasser war hier "nur" noch 24 Grad warm - nach zwei Wochen bei ständig 30 Grad kam uns das verdammt kalt vor! Wir bewegten uns kaum, um evtl. Mantas nicht zu verschrecken. So kühlten wir langsam aus. Dann zog in einiger Entfernung noch ein Ammenhai vorbei, leider zu weit entfernt für ein Foto. Wir fröstelten immer mehr, auch die Guides begannen, ihre Arme zu reiben. Nach 68 Minuten beendeten wir den Tauchgang und kehrten zum Boot zurück. Einmal aus dem Neopren herausgeschält wärmten wir uns begierig in den Sonnenstrahlen. Für den zweiten TG des Tages ging es dann an die Nordseite der Insel in die Nähe der Ortschaft "Ped". Bei diesem Tauchgang war es deutlich wärmer als noch am Manta Point.

UW-Foto Manta über Felskuppe UW-Foto Majestätisch segelt ein Manta vorbei

Am nächsten Tag ein ganz ähnliches Spiel: gleich für den ersten Tauchgang hieß es wieder "Auf zum Manta Point!" Mein Logbucheintrag lautet hier so: "Wieder zum Felsen der Putzerstation. Lange gewartet, dann nach 25 min ein Manta kurz vorbeigesegelt, 3 Fotos mit Normalobjektiv. Nach 5-10 min noch ein zweiter Manta ganz kurz und schnell vorbeigesegelt. Danach "stundenlang" gewartet und regungslos bei 7m Tiefe rumgedümpelt und kein Manta mehr weit und breit. Später eine sehr große schwarz-silber geringelte Gelbzungencobra gesichtet. Zurück zum Boot."

Bei dem zweiten TG direkt am "Mittagspausenankerplatz" hatte ich von Beginn an deutliche Druckausgleichsprobleme, die mir sehr zu schaffen machten und mich in den flacheren Bereichen des abfallenden Hangs festhielten. Schade, denn der Rest der Gruppe schwärmte nachher von diesem Tauchplatz.

Zurück im Matahari Resort haben Joachim und ich noch die letzten nachmittaglichen Sonnenstrahlen am Pool genossen, bevor wir gesammelt zum Abendessen antraten. Vielleicht war es ein Fehler, in der frischen Brise nach Sonnenuntergang noch am Strand zu sitzen? Jedenfalls war ich abends stark erkältet und musste meine Teilnahme am letzten Tauchtag unseres Urlaubes leider absagen.


Tag 14 - Freitag - Letzter Tauchtag Nusa Penida

Und so blieb ich am Freitag als einziger nach dem Frühstück sitzen, als der ganze Rest der Gruppe zur Tauchbasis aufbrach. Ich verbrachte den ganzen Tag am schönen Strand in der Sonne, bis am späten Nachmittag meine Tauchkollegen wieder zurückkehrten. Abends kehrten wir dann zusammen mit Yos und den Guides von der Tauchbasis in einem besonderen balinesischen Restaurant ein, bei dem ganz typische und ausgefallene balinesische und indonesische Gerichte aufgetischt wurden.


Tag 15 - Samstag - Shopping in Kuta und Farewell Party

Dieser Tag stand uns allen zur freien Verfügung, den wohl jeder zum Shoppen in der Einkaufsmetropole Kuta ausnutzte. Joachim und ich ließen uns mit einem Taxi direkt in das belebte Zentrum bringen. Sehr viele Nobelmarken wie Marc O'Polo, Chanel, Boss und Gucci waren mit Läden vertreten und zu sehr günstigen Preisen zu haben.

Am Abend fuhren wir ein letztes Mal zur Tauchbasis von Yos, nicht nur, um unsere Ausrüstung wieder abzuholen. Nein, auch für die Farewell Party, die er und seine Mannschaft für uns organisierte. Es gab ein sehr leckeres Abendessen, zubereitet von seiner Schwester, und für jeden von uns als Andenken ein Polo-Shirt mit dem Emblem der Tauchbasis. Nach einem Gruppenfoto feierten wir im Geräteraum fröhlich weiter, wo die Tauchguides Flaschen mit Hochprozentigem kreisen ließen. So wurde es an diesem Abend auch etwas später als üblich...

Foto SUnser Abschieds-Gruppenfoto Foto Gruppenfoto mit Guide Maden und John
Tag 16 - Sonntag - Rückflug 15 Uhr 20

Jeder Urlaub geht zu Ende.... so packten wir morgens unsere Sachen zusammen und wurden pünktlich zum Flughafen gebracht. Yos selber begleitete uns wieder, und der Abschied von ihm und den uns lieb gewonnenen Guides fiel uns sehr schwer. Es half alles nichts, der Flieger CL 688 startete pünktlich um 15 Uhr 20 und brachte uns alle sicher nach Hause.

Reisetipps: Einreisevisum USD 25 in bar bereithalten Ausreisegebühr 100.000 Rupiah in bar bereithalten Geldwechsel Euro - Rupiah überall problemlos und ohne Formalitäten möglich Für Europäer sehr günstige Restaurants, daher Hotels nur mit Frühstück buchen Mietwagen mit Fahrer nehmen, das ist sehr günstig und der Fahrer dient als Fremdenführer


nach oben            Übersicht Reiseberichte Reisebericht "Mangrove Bay 7-2006"


(c) Neptun              Wenn links keine Navigationsleiste erscheint, klicke bitte hier